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Erfahrungsbericht: Umzug mit Katzen

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Erfahrungsbericht: Umzug mit Katzen

Beitrag  Anna am Do Aug 22, 2013 7:50 pm

Hallo

Nach 1,5 Jahren Wohnung grundsanieren, sind wir am Sonntag, dem 11. August 2013 in unsere neue Wohnung umgezogen. Wir haben bis dahin in einem Nebengebäude gewohnt und sind dann ins Haupthaus gezogen. Also ca. 50 m weiter, einmal über den Hof. schmunzel

Am Samstag vor dem Umzug haben wir Lotta und Linus angeleint und sind mit ihnen auf die fast fertige Baustelle gegangen. Kaum, dass die Haustür hinter ihnen ins Schloss gefallen war, bekamen beide Panik. Wir leinten sie ab. Linus versucht in der Gardine der Haustür hochzuklettern. Beide gaben kehliges Miauen von sich.

Um sie zu beruhigen nahmen mein Mann und ich jeweils einen von beiden auf den Arm. Beide beruhigten sich sofort. Lotta krallte sich richtiggehend fest, als wollte sie sagen "Lass mich nie mehr los."

Beide wurden dann auf die Fensterbank gesetzt, was sie sehr spannend fanden, denn draußen waren Vögel unterwegs, die man - trotz der Aufregung - beobachten musste. schmunzel

Nach etwa 5 Minuten gingen wir mit beiden Katzen wieder zurück in die alte Wohnung. Sinn dieses Vorab-Besuchs war es, zu verhindern, dass die beiden am nächsten Tag einen Kulturschock erleben würden, weil sie in ein völlig neues (und nach "neu" riechendes) Gebäude ziehen würden, das sie zuvor noch nie gesehen hatten.

Am Sonntag dann bauten wir zuerst unser Bett ab. Ein beliebter Schlafplatz für beide Katzen. Von dem Abbau lenkten wir sie im Wohnzimmer derweil ab, denn sie sollten nicht sehen, wie "ihre" Wohnung teilzerlegt wird.

Das Bettzeug wurde nicht frisch aufgezogen; nicht gewaschen. Es war eine Woche vor dem Umzug gewechselt worden und roch demzufolge nach uns und nach den Katzen. Das Bett wurde in der neuen Wohnung aufgebaut und das Bettzeug draufgelegt. Anschließend durften die Katzen an Leine und Geschirr auf ihren eigenen Füßen in die neue Wohnung gehen.

Wir trugen sie ins Schlafzimmer und befreiten sie von Geschirr und Leine. Beide Katzen zogen sich sofort auf das Bett zurück und man sah ihnen an, dass sie sich auf dieser "Insel" sicher fühlten. Es roch vertraut und das war wichtig für sie beide.

Die Katzenklos folgten und wurden zusammen mit einer Schale Wasser zunächst ebenfalls im Schlafzimmer aufgestellt. Alles ebenfalls ungereinigt. In den Klos befanden sich sogar noch die Urin-Klumpen vom frühen Morgen.

Wir blieben noch etwa 30 Minuten im Zimmer und sprachen leise und beruhigend auf sie ein, streichelten sie.

Dann schlossen wir die Tür des Schlafzimmers und trugen unseren ganzen anderen Kram, alle Möbel usw. von der alten in die neue Wohnung. Das dauerte den ganzen Tag. Zwischendurch gingen wir im Schlafzimmer nachschauen, aber beide Katzen lagen recht entspannt auf dem Bett, beobachteten aber stets die Tür, in der Hoffnung, flüchten zu können.

Als abends alle Möbel rübergetragen und aufgestellt worden waren und alle Helfer nach Hause gegangen waren, öffneten wir die Schlafzimmertür. Wir hatten die Möbel aus der alten Wohnung nicht gereinigt. Alles war genauso, wie zu dem Zeitpunkt, als die Katzen die Möbel am Morgen das letzte Mal gesehen hatten.

Klar ist es unschön, wenn in der neuen, frischen Wohnung ein vollgehaartes Sofa steht. zwinkern Aber das kann man ja immernoch sauber machen.

Linus verließ das Schlafzimmer sofort und schaute sich um. Die Körperhaltung verriet Skepsis und Bereitschaft, jederzeit wieder ins Schlafzimmer zu flüchten. Wir sprachen beruhigend auf ihn ein und ermunterten ihn, sich auch in den anderen Räumen umzusehen.

Lotta blieb auf dem Bett liegen.

Wir verteilten die Katzenklos im Wohnzimmer und im Flur (dort standen sie in der alten Wohnung auch).

Als es Zeit zum Füttern wurde, vergaß Linus quasi all den Stress und alle Panik, denn der Kater ist vor allem eins: Verfressen. Und in stressigen Situationen ist das manchmal sehr von Vorteil. So folgte er uns nahezu bedenkenlos in die Küche, sah sich kurz um, hatte dann aber nur Augen für sein Futter.

Lotta hingegen traute sich nicht, das Bett zu verlassen. Sie stand auf der Ecke des Bettes, versuchte um die Kurve zu schauen, aber sie hatte große Angst, das Bett zu verlassen. Zunächst entschied ich, dass sie selbst den Entschluss fassen müsse, in die Küche zu gehen. Doch als dies auch 10 Minuten später noch nicht geschehen war und Lotta sich bereits damit abgefunden hatte, dass sie nichts zu Fressen bekommt, hob ich sie hoch und trug sie in die Küche.

Normalerweise bin ich ein Mensch, dessen Tiere immer alles freiwillig tun müssen - insbesondere in Bezug auf Lotta. Doch hätte ich gemerkt, dass sie auf meinem Arm unruhig oder gar panisch gewesen wäre, hätte ich sie auch sofort ins Schlafzimmer zurück gebracht.

So war es aber nicht. Sie war stattdessen auf meinem Arm sehr interessiert an ihrer Umwelt, spitzte die Ohren und war voller Erwartung. Gleichzeitig krallte sie sich in meiner Kleidung fest. In dem Fall war ich der einzige Bezugspunkt, den sie kannte und den wollte sie nicht verlassen. Demzufolge stand ich in der Küche mit ihr auf dem Arm und ließ ihr die Wahl, abzusteigen oder auf dem Arm zu bleiben.

Die Küchenzeile war neu. Aber der Küchentisch und die Stühle waren ungereinigt von der alten Wohnung mit rüber gekommen, so dass ich mich neben den Tisch stellte, auf den sie dann auch freiwillig stieg.

Das Futter bekam sie auf ebendiesem Tisch serviert. Erstaunlicherweise fraß sie alles auf und es blieb auch drin.
Nach dem Fressen erkundete auch Lotta zögerlich und jederzeit fluchtbereit die Wohnung.

In der Nacht schliefen beide Katzen bei geöffneten Türen (sie hätten also überall in der Wohnung rumgeistern können) bei uns im Bett. Am Morgen gaben wir uns viel Mühe, routiniert vorzugehen, um die Katzen ihren Alltag neu zu erschaffen. Quasi die Botschaft zu überbringen: Es ist alles wie immer, nur die Wohnung ist neu.

Das gelang uns auch. Beide fraßen ihr Frühstück. Lotta erbrach sich allerdings etwa 30 Minuten später, was sicher auf den Stress zurück zu führen war und somit keiner weiteren Behandlung bedurfte.

Der Tag wurde von beiden Katzen mit Schlafen, vorwiegend auf dem Bett, verbracht. Auch die zweite Nacht verbrachten beide bei uns im Bett.

Am dritten Tag kannten nun beide jeden Raum, jedes Möbelstück und waren viel entspannter und routinierter. Am vierten Tag waren beide wie eh und je und zeigten keinerlei Stress mehr. Der Kratzbaum wird weniger genutzt, als in der anderen Wohnung, aber ich denke, er steht einfach noch an einer ungewohnten Stelle. zwinkern

Die Katzenklos wurden vom ersten Tag an genau so benutzt, wie vor dem Umzug. Keine der Katzen ist unsauber geworden oder hat irgendeine Art von unsauberem Verhalten gezeigt. Auch markiert wurde nichts.

Wir hatten uns vor dem Umzug genau überlegt, wie er ablaufen soll und uns viel informiert. Das Schlimmste für eine Katze ist es, in eine neue Wohnung, mit neuen Möbeln und gereinigten "alten" Möbeln zu kommen. Katzen sind extrem revierbezogen. Sie in eine "sterile" neue Umgebung zu bringen, ist für sie, als würde man sie entwurzeln. Sie brauchen Orientierungspunkte und vertraute Gegenstände, in oder auf die sich zurückziehen können (in unserem Fall das Bett).

Ein Umzug mit Katzen muss exakt koordiniert und geplant werden. Im Vordergrund muss nicht der Mensch oder die Schnelligkeit des Umzuges stehen, sondern die Katze/n. Nur dann behält man eine saubere Katze, die sich schnell den neuen Gegebenheiten anpasst.

In unserem Fall war die Sache besonders heikel, weil Lotta nur sehr schwer mit Veränderungen umgehen kann. Da sie als "Einzelkind" mit der Flasche aufgezogen wurde, war bzw. ist sie, was neue Umwelteinflüsse anbelangt, gänzlich unsozialisiert.

Als besonders interessant muss ich die Tatsache hervor heben, dass auch mein Mann und ich selbst für die Katzen sehr, sehr wichtige Bezugspunkte waren. Sobald sie unsere Stimmen hörten und wir sie streichelten, entspannten sich ihre Körperhaltungen. Nahmen wir sie auf den Arm, hielten sie sich an uns fest. Auch unsere Körperhaltung spielte eine wichtige Rolle.

Das immer wiederkehrende Augen zusammenkneifen bedeutet in Katzensprache: "Es ist alles in Ordnung. Es ist alles cool. Entspann dich." Dies wendeten wir - wie auch im alltäglichen Leben - in den ersten Tagen ständig an.

Interessant war auch, dass die ersten beiden Tage abends im Bett von beiden Katzen gleichermaßen starke Schmusestunden eingefordert wurden. Der Körperkontakt zwischen Katze und Bezugsperson scheint in Stresssituationen also noch viel, viel wichtiger zu sein, als sonst. Daher kann ich nur raten, sich beim Umzug trotz allen Zeitdrucks Zeit für die Katzen zu nehmen und zu versuchen, Ruhe auszustrahlen.

Nun sind seit dem Umzug 11 Tage vergangen und beide Katzen sind tiefenentspannt. Sie haben sich an alles gewöhnt. Die Schlafzimmertür kann nachts geschlossen; die Katzen von dort ausgesperrt werden.

Ich bin mir sicher, dass die beiden nicht mehr in die alte Wohnung zurück wollten, wenn sie die Wahl hätten. Denn in den letzten 11 Tagen haben sie diese Wohnung und vor allem den Platz durchaus schätzen gelernt. zwinkern

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Re: Erfahrungsbericht: Umzug mit Katzen

Beitrag  Emiko am Do Aug 22, 2013 8:08 pm

Jetzt haben die Katzen auch mehr Platz, gell? Die Wohnung ist ja größer als eure alte.

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Re: Erfahrungsbericht: Umzug mit Katzen

Beitrag  Anna am Do Aug 22, 2013 8:53 pm

Ja, genau. nicken
Wenn einer der beiden auf Krawall gebürstet ist, bringt die größere Wohnung zwar trotzdem nix, aber wenn sie sich sonst irgendwie nicht grün sind, gehen sie sich schon gegenseitig aus dem Weg. Das ist sehr entspannend. zwinkern

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Re: Erfahrungsbericht: Umzug mit Katzen

Beitrag  Anna am So Sep 11, 2016 10:35 pm

winken

Am 20. August sind wir von Lengerich in NRW nach Uplengen in Ostfriesland gezogen. lächeln

Erneut haben wir es so gemacht, wie zuvor: Das Schlafzimmer zog komplett und ungewaschen zuerst um, wurde zuerst aufgebaut und eingerichtet.

Während das Schlafzimmer im Möbelwagen (LKW) transportiert wurde, fuhr ich mit etwas Verzögerung mit dem PKW hinterher und hatte die Katzen (und die Ratten) an Bord.

Hier angekommen, war das Schlafzimmer (abgesehen von den Kleiderschränken) schon aufgebaut. Alle vier Katzenklos waren hineingestellt worden. Katzenboxen aufs Bett, aufgemacht und dann kamen die beiden auch sofort raus. Zuerst hab ich die Boxen stehen lassen, als eventuellen Rückzugsort, aber die beiden Tiger waren froh, da nicht mehr rein zu müssen. grinsen

Sie haben dann sofort das Schlafzimmer inspiziert. Lottas Gesichtsausdruck war irre. grinsen Am Abend zuvor war sie mitten dabei, wie wir - abgesehen vom Schlafzimmer - unsere gesamte Wohnung abgebaut und in den LKW geladen hatten. Als sie feststellte, dass nun doch wohl alles in DIESEM Schlafzimmer steht, sah es aus, als würde sie sagen: "Gott sei Dank! Die haben unsere Möbel doch nicht geklaut." grinsen

Den Rest des Umzugstages (der für uns endlos stressig war), haben sie im Bett gelegen, den Geräuschen im restlichen Haus gelauscht und sind darüber irgendwann eingeschlafen.

Spät am Abend haben wir sie rausgelassen und sie haben sofort den Rest der Wohnung unter die Lupe genommen. Am darauffolgenden Tag waren sie bereits wie immer. Eine Woche später war von irgendeiner Art Stress bei den beiden absolut nichts mehr festzustellen. schmunzel

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